Zwei Wahlen verloren, und am Montag darauf entdeckt der Kanzler die Gerechtigkeit.
Friedrich Merz nennt das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung ein Gerechtigkeitsproblem. Privatversicherte bekämen sofort jede Leistung, gesetzlich Versicherte warteten Wochen und Monate. Diesen Eindruck teile er, und man werde darüber reden.
Im eigenen Wahlprogramm steht das Gegenteil. Die Union hat sich 2025 zum dualen System bekannt, im Grundsatzprogramm steht es bis heute, und im Juni erklärte Staatssekretär Sorge: „Für die Union ist die PKV nicht verhandelbar." Drei Monate später ist sie verhandelbar, weil ein Wahlabend schlecht gelaufen ist.
Was Merz da aufmacht, hat einen Namen, und der stammt von der SPD. Die Bürgerversicherung heißt: eine Kasse für alle, Pflichtmitgliedschaft, kein Ausweg.
Der schnelle Arzttermin war einmal normal. Jetzt gilt er als Privileg, das man abschaffen muss. So läuft es immer: Wo der Markt arbeitet, wird aus Luxus Alltag. Wo der Staat zuteilt, wird aus Alltag Luxus. Das Wort dafür ist Sozialismus, und er hat noch nie irgendwo eine Wartezeit verkürzt. Er macht alle gleich, und zwar nach unten.
Am selben Abend ruderte das Kanzleramt zurück: Das System stehe nicht infrage. Bleibt ein Kanzler, der Neid schürt, solange die Umfragen schlecht sind, und abwinkt, sobald jemand nachfragt.
Stefan Thoma, Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz: „Das ist nicht die Vorstellung der FDP, wie man Gerechtigkeit schaffen kann."
Wir wollen den umgekehrten Weg. Den Wechsel zwischen den Systemen erleichtern. Den Wettbewerb zwischen den Kassen stärken. Jedem die Entscheidung selbst überlassen. Einer staatlichen Zwangskasse erteilen wir eine klare Absage.
Fotos von FDP Rheinland-Pfalz Beitrag
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